Hans-Flesch-Gesellschaft

Über uns:

Hans Flesch, ein Pionier des deutschen Rundfunks, war Autor und Regisseur des ersten deutschen Hörspiels Zauberei auf dem Sender, ausgestrahlt am 24. Oktober 1924.
Die Hans-Flesch-Gesellschaft will einen aktiven Beitrag leisten, die akustischen Kunstformen Hörspiel, Feature, Radio-Essay und Audio Art im digitalen Zeitalter lebendig zu erhalten und zu stärken.

Es ist Zeit für eine aktive Auseinandersetzung über die Zukunft unserer akustischen Kunstformen. Unser Ziel ist ein Zusammenschluss von Autoren, Komponistinnen, Tonmeistern, Regisseurinnen, Schauspielern, Schnittmeisterinnen und Produzenten, also von allen, die Hörkunst schaffen. Wir wollen diese Auseinandersetzung sowohl in der Theorie als auch in der Praxis führen und fördern – jenseits des Primats der Wirtschaftlichkeit, jenseits des Primats der Effizienz.

Wir kooperieren mit Institutionen, entwickeln Förder- und Projektanträge und schaffen Aufführungsmöglichkeiten. Wir setzen uns ein für die Vergabe von Werkaufträgen – denn auch hier gibt es Defizite auszugleichen. Weitere Aufgabenfelder sind die Nachwuchsförderung und die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung, Lehre und Industrie.

Die Impulse geben die Mitglieder der Hans-Flesch-Gesellschaft selbst: differenziert durch ihre jeweilige Profession, vereint in dem Gedanken, die akustische Kunst weiter zu entwickeln.

Berlin, 1. März 2011



Anna Annegret Pein (21.11.1957 – 13.06.2024)

Die Hans-Flesch-Gesellschaft trauert um Anna Annegret Pein, die nach schwerer Krankheit in der Nacht zum 13. Juni 2024 verstorben ist.
Anna Pein war Mitglied der Flesch-Gesellschaft seit der Gründung im Jahr 2010 und amtierte die vergangenen Jahre und bis heute als deren Vorstandsvorsitzende.
Für die Hans-Flesch-Gesellschaft und die Hörspielszene ist ihr Tod ein schwerer Verlust. Wir werden ihren Eigensinn, ihren Humor und ihre Schöpferkraft als Autorin schmerzlich vermissen und nicht zuletzt ihre tiefe Menschlichkeit, ihre Neugier am anderen und ihre Kraft als Impulsgeberin für Innovationen und politisches Handeln. Sie erkannte medienpolitische Konstellationen und hatte den Mut, einzugreifen, zu provozieren und Fehlentwicklungen beim Namen zu nennen. Der aktuell erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen mit ARD / Deutschlandfunk um ein neues Vergütungsmodell für Hörspielautor:innen geht wesentlich auf ihre Initiative und fortwährenden Impulse zurück.
Anna Pein studierte Visuelle Kommunikation an der HfbK Hamburg. Dort realisierte sie den Dokumentarfilm C.I.R.C.U.S.F.I.L.M. (D 1982). Sie ist Autorin und Regisseurin des Films Meermanns Baumhaus (1992).
Sie schrieb und inszenierte Videodokumentationen, Drehbücher, Filmessays.

Mädchenzimmer mit Soldaten war ihr erstes Theaterstück, das auch als Hörspiel beim WDR (WDR 2006) produziert wurde. Weitere Hörspiele waren: Potentielle Freunde (WDR 2007), zusammen mit Stefanie Schütz, Seelandschaft mit Pocahontas / Arno Schmidt (HR/RBB 2010), Liebesbriefe ans Personal (WDR 2013), Die Mondscheinbraut (NDR/HR 2016), Die Umsiedler / Arno Schmidt, Anna Pein (NDR/WDR 2017), Schwarze Spiegel contd. / Arno Schmidt, Anna Pein (NDR 2021).
Im Jahr 2018 erhielt sie für Die Umsiedler zusammen mit Oliver Sturm den Robert-Geisendörfer Preis.
Anna Pein lebte und arbeitete in Berlin.